Die künstlerische Praxis Arne Grashoffs erweitert die Fotografie über ihre zweidimensionale Bildfläche hinaus in den Raum – hin zu Skulptur und Installation. Im Zentrum steht das Interesse an Übergängen: zwischen Abbild und Objekt, Körper und Material, Sichtbarkeit und Empfindung. Fotografien werden zu räumlich erfahrbaren, körperlich präsenten Arbeiten, deren Materialität integraler Bestandteil ihrer Aussage ist.
In der Arbeit kommen Alltagsmaterialien wie Textilien, PVC, Silikon oder Wachs ebenso zum Einsatz wie gefundene Objekte, die durch ihren Kontext aufgeladen sind. Durch Prozesse wie Hitze, Druck oder chemische Reaktionen werden diese Materialien transformiert, verformt oder verdichtet. So entstehen hybride Werke, in denen sich Medien, Bedeutungen und Substanzen miteinander verschränken und Transformation als ästhetisches wie politisches Prinzip erfahrbar wird.
Die Arbeiten hinterfragen die Wahrnehmung von Fotografie und lösen sie aus ihrer klassischen Funktion als dokumentarisches Bild. Stattdessen wird das fotografische Bild als materielles Objekt begriffen, als Bildkörper, der im Raum existiert und in Beziehung zu den Betrachtenden tritt. Fotografie erscheint hier nicht als Abbild von Wirklichkeit, sondern als Ausgangspunkt für skulpturale Prozesse, die neue Formen von Präsenz und Wahrnehmung eröffnen.
Dabei verschiebt sich auch die Rolle des Betrachtens: Es geht nicht mehr allein um das Sehen, sondern um ein körperliches Erfahren, um ein „Abtasten mit den Augen“, das die Grenzen zwischen Bild und Objekt aufhebt. Die Werke eröffnen Erfahrungsräume, in denen visuelle, physische und emotionale Ebenen miteinander in Beziehung treten.
Inhaltlich kreist die Arbeit um Fragen von Identität, Körperlichkeit und Geschlecht im Spannungsfeld gesellschaftlicher Normen. Die skulpturalen Fotografien fungieren als fragile Gegenräume, in denen Intimität, Ambiguität und Fürsorge nicht nur dargestellt, sondern verkörpert werden. In einem queeren Verständnis wird Fotografie dabei nicht als Mittel der Repräsentation verstanden, sondern als Spur und Resonanz geteilter Erfahrung.
So entstehen Arbeiten, die sich zwischen postdigitaler Bildkultur, installativer Raumstrategie und queerer Körperpolitik verorten und die weniger feste Aussagen treffen, als vielmehr offene, sensible Möglichkeitsräume schaffen.
Bildende Kunst, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) (bei Prof. Heidi Specker und Prof. Anna Ehrenstein)
Pflichtpraktikum im Bereich der Inszenierung von Kunst- und Themenausstellungen für internationale Museen, Chezweitz (Berlin), Abteilung für Grafik- und Szenografie-Design
Bachelor of Arts (B.A.) in Visueller Kommunikation, Fakultät für Design, Hochschule Pforzheim
Berufsausbildung zur Mediendesignerin – Digital und Print (Konzeption & Visualisierung), Schwarz Gruppe Design, Stuttgart
MIRROR, MIRROR – Das Abbild und Ich, Wunderkunst, Neue Siederei, München
Fields of Un/rest, Städtische Galerie in den Morat-Hallen, Freiburg
Käthe Kollwitz – Spuren der Nähe, Prof. Heidi Specker’s class, Kunstsammlungen Chemnitz
Ich sehe was, was du nicht siehst, Kunstraum Bethanien, Berlin
Home Away From Home, Pandora Art Gallery, Berlin
Wiesbadener Fototage, Künstlerverein Walkühle, Wiesbaden
Contemporary Faces, SOV – See Our Vision Gallery, Berlin
Young Generation Art Award 2026, Degussa Niederlassung, Berlin
NAK Charity Auction, Neuer Aachener Kunstverein, Aachen; Auktionator: Prof. Henrik Hanstein
Human Makes Human, Solo-Ausstellung, Off-Space Conrad Electronics, Stuttgart
Listening to Objects (BA Graduation Exhibition), Solo-Ausstellung, Faculty of Design, Pforzheim University, Germany (solo exhibition)
Im Chaos habe ich meine Hände verloren, Galerie Künstlergilde Buslat
If I Were Your Body, Duo-Ausstellung, Palermo Galerie, Stuttgart
Mirror Machines, Maschinenfabrik Heilbronn
Heides Contemporary Hits, LAF Pforzheim
Nominiert für den Young Generation Art Award 2026, Monopol Magazin
Arne Grashoff (*1995) lebt und arbeitet in Berlin. Seine interdisziplinäre Arbeitsweise bewegt sich zwischen Fotografie, Skulptur und Installation und verhandelt Fragen von Identität, Körperlichkeit und gesellschaftlicher Normativität. Er studiert Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Ursula Neugebauer und Prof. Manfred Pernice. Seine Arbeiten wurden u. a. im Kunstraum Bethanien (Berlin), bei den Wiesbadener Fototagen und in der Palermo Galerie Stuttgart gezeigt. Eine seiner aktuellen fotografischen Serien, „Body to Body“, erschien 2026 in THE OPÉRA – Volume XIII / „Mythos Issue“, dem internationalen Magazin für klassische und zeitgenössische Aktfotografie.
Eine besondere Anerkennung erhielt er mit seiner Nominierung für den Young Generation Art Award 2026 des Monopol Magazins, der herausragende Nachwuchskünstler*innen der Gegenwartskunst auszeichnet. Weitere aktuelle Projekte sind die Teilnahme an der Charity Auction des Neuen Aachener Kunstvereins (2025) sowie die Präsentation seiner Arbeiten in der Gruppenausstellung „Fields of Un/rest“ der Städtischen Galerie Freiburg in den Morat-Hallen und in einer weiteren Gruppenausstellung in den Kunstsammlungen Chemnitz im Jahr 2026.