Der Mensch steht seit jeher im Zentrum der Kunst – als Abbild, als Gegenüber, als Projektionsfläche. Die neue Ausstellung in der Neuen Siederei widmet sich der Darstellung des Menschen in all ihren Facetten: vom klassischen Porträt über das Selbstbildnis bis hin zu zeitgenössischen Formen der Selbstdarstellung in einer von Bildern geprägten Gegenwart.
Die gezeigten Arbeiten untersuchen den Menschen nicht nur als sichtbare Erscheinung, sondern als Träger von Identität, Geschichte, Emotion und Wandel. Porträts werden dabei zu Spiegeln innerer Zustände, zu Verdichtungen von Charakter und Zeitgeist. Zwischen Nähe und Distanz, Wiedererkennbarkeit und Verfremdung entstehen Bilder des Menschlichen, die mehr fragen als festschreiben.
In einer Zeit, in der das eigene Bild permanent verfügbar, teilbar und formbar ist, stellen die Künstler:innen grundlegende Fragen: Was macht ein Porträt heute aus? Wo endet Abbild, wo beginnt Interpretation? Und wie verändert sich unser Blick auf uns selbst, wenn wir zugleich Subjekt und Objekt der Darstellung sind?
Gezeigt wird die Ausstellung erneut inmitten des modernen Bürokomplexes der Neuen Siederei, einem Ort des täglichen Kommens und Gehens von über 1.000 Menschen. Gerade hier entfalten die Arbeiten eine besondere Wirkung: Sie bringen den Blick auf den Menschen, auf das Gegenüber und auf das eigene Selbst mitten in den Alltag und laden dazu ein, innezuhalten, zu reflektieren und neu zu sehen.
So entsteht eine vielstimmige Annäherung an den Menschen: als Bild, als Wesen und als fortwährendes Werden.
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